Berichte – Dokumentationen

Service

Hessischer Volkshochschulverband e. V. (hvv) (Hrsg.)

Hessische Blätter für Volksbildung (HBV) – 2021 (1)

DOI: 10.3278/HBV2101W008

ISSN: 0018–103X    wbv.de/hbv    hessische-blaetter.de

Berichte – Dokumentationen

Berichte

Trauer um den langjährigen Verbandsdirektor Dr. Hermann Huba

Seit 1996 war Dr. Hermann Huba Direktor des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg. Der promovierte Jurist, der gerne betonte, kein Pädagoge zu sein, war ein hochgeschätztes Mitglied der Volkshochschulfamilie, auf Landes- wie auf Bundesebene. Er führte die Geschäfte des Verbands mit 168 Volkshochschulen und rund 650 Außenstellen und prägte in den mehr als 20 Jahren seiner Amtszeit den Verband und die Volkshochschulen. Am 17. Dezember 2020 ist Dr. Hermann Huba nach schwerer Krankheit verstorben. Der Deutsche Volkshochschul-Verband trauert mit dem Volkshochschulverband Baden-Württemberg, dem Vorstand, den Mitgliedsvolkshochschulen und der Verbandsgeschäftsstelle. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Quelle: https://www.volkshochschule.de/pressemitteilungen/trauer-um-verbandsdirek­tor-huba.php

Der Youtube-Kanal „Dialog Erwachsenenbildung“ stellt sich vor

Ebenso wie andere Kolleginnen und Kollegen aus dem Lehrgebiet „Erwachsenenbildung“ an den deutschen Universitäten habe auch ich in meiner aktiven Zeit als Hochschullehrer in den größeren Lehrveranstaltungen Praktiker*innen der Erwachsenenbildung, befreundete Kolleg*innen aus der Wissenschaft, Vertreter*innen der Bildungspolitik sowie ehemalige Absolvent*innen des Studiums der Erziehungswissenschaft eingeladen. Der direkte Kontakt mit Expert*innen und das Gespräch mit ihnen war und ist für unsere Studierenden immer sehr erfrischend und i. d. R. auch lehrreich. Da der Aufwand derartiger Veranstaltungen mit Gästen keineswegs gering ist, haben wir uns 2019 – also noch vor der Corona-Pandemie – entschieden, diese Gespräche unter dem Slogan „Dialog Erwachsenenbildung“ aufzuzeichnen. Die Aufnahmen werden, gleichsam als Konserve, peu à peu ins Internet gestellt. Bisher haben vor allem Studierende aus Frankfurt diese Videos genutzt. Wir würden uns sehr freuen, wenn das Angebot bei Youtube auch von anderen Studierenden und Interessent*innen der Erwachsenenbildung auf Resonanz stoßen würde. Bei den Aufnahmen, die unter tatkräftiger Mithilfe bislang von studiumdigitale erstellt worden sind und perspektivisch an der Fernuni Hagen produziert werden, haben wir strikt auf die curriculare Einbettung geachtet: also auf die Verwendung in ganz konkreten Veranstaltungskontexten. Wir hoffen, dass die Besucher*innen der Plattform durch die Nutzung der Kommentarfunktion mittel- und langfristig den interaktiven Charakter noch intensiver bedienen werden. Auf der folgenden Internetadresse finden Sie eine Übersicht über die bislang verfügbaren Interviews:

https://www.youtube.com/channel/UC1k0FHai_lhT5GS99s0asPA

Wir wünschen Ihnen viel Spaß, aber vor allem Informationsgewinn beim Anschauen der Interviews. Wir wären an einen Dialog mit Ihnen sehr interessiert!

Dieter Nittel

Freies Lehr- und Lernmaterial – nicht nur während der Corona-Krise

Das Lehrvideoportal des Zentrums für pädagogische Berufsgruppen- und Organisationsforschung der FernUniversität in Hagen (ZeBOHagen)

Mit dem Lehrvideoportal des ZeBOHagen wird die Idee der Open Educational Resources (OER), der Generierung von freiem Lehr- und Lernmaterial, bedient. Hinter dem Lehrvideoportal steht das Projekt „Meet and Read Experts“ (Förderung 2019: Stifterverband; 2020: FernUniversität in Hagen). Dieses Projekt bezeichnet die Verbindung von Texten und Lehrvideos mit ausgewiesenen Wissenschaftler*innen aus der Erziehungs- und Bildungswissenschaft. In den Lehrvideos beantworten die Professor*innen insgesamt sechs Fragestellungen und sprechen entweder über eines ihrer Forschungsfelder oder über einen Grundbegriff der Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Zudem erläutern sie disziplintragende Fragestellungen sowie deren methodologische und methodische Einordnungen. Durch die Lehrvideos erhalten Studierende parallel zur Bearbeitung der empfohlenen Fachliteratur die Chance, Kontextualisierungen der Grundlagen und Erläuterungen durch die Expert*innen quasi von „Angesicht zu Angesicht“ zu erhalten. Damit trägt das Lehrvideoportal zur frühzeitigen Enkulturation von Studierenden in die fachwissenschaftliche Termino­logie bei.

Die Videos befinden sich auf der Homepage des ZeBOHagen. Durch die zusätzliche Bereitstellung der Lehrvideos auf dem Youtube-Kanal der Fernuniversität in Hagen kann ein breites Publikum auf das Angebot aufmerksam gemacht werden. Die Konzeptualisierung eines (digitalen) Lehrangebots, nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie, stellt Hochschullehrende vor einige Herausforderungen. So gewinnt die Implementation von kurzen, audiovisuellen Formaten – wie den Lehrvideos – zunehmend an Bedeutung. Die Lehrvideos eignen sich für einen Flipped-classroom- oder Inverted-classroom-Ansatz.

Insgesamt stehen knapp 30 Lehrvideos zur Verfügung: Beispielsweise spricht Professor Werner Helsper über pädagogische Professionalität, Professorin Anke Grotlüschen erklärt, was Literalitätsforschung bedeutet, Professor Dieter Nittel referiert zur Biografieforschung und Professorin Cathleen Grunert führt in die Jugendforschung ein. Explizit für die Erwachsenenbildungsforschung sind u. a. Professor Bernhard Schmidt-Hertha zur Weiterbildungsforschung, Professorin Anne Schlüter zur Biografieforschung in der Erwachsenenbildung und Professorin Aiga von Hippel zur Programmforschung zu nennen. Weitere Lehrvideos, z. B. mit Professor Bernd Käpplinger zur Historischen Weiterbildungsforschung, sind für das Frühjahr 2021 in Planung.

Alle Lehrvideos finden Sie unter den folgenden Links:

Lehrvideoportal des ZeBOHagen:
https://fernuni-hagen.de/zebo/lehrvideos/index

Abbildungen

Youtube-Kanal der FernUniversität in Hagen:
https://e.feu.de/youtubemeetandreadexperts

Abbildungen

Volkshochschulen bekräftigen Forderung nach einer digitalen Bildungsoffensive – Digitalisierungsboom offenbart breiten Lernbedarf

Die Volkshochschulen in Deutschland haben im ausgehenden Jahr ihr Onlinelernangebot mehr als vervierfacht. Die Corona-Pandemie und das phasenweise Aussetzen des Präsenzunterrichts hat auch in der VHS-Welt einen Digitalisierungsschub bewirkt: Rund 33.000 Kurse wurden im Jahr 2020 allein in den virtuellen Kursräumen der volkshochschuleigenen vhs.cloud umgesetzt. „Digitale Technologie hat uns im Corona-Jahr ermöglicht, Weiterbildungsangebote begegnungsfrei fortzusetzen. Volkshochschulen haben viel dazu beigetragen, dass Deutschland die Krise mithilfe der Digitalisierung besser meistern konnte“, sagt die Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV), Annegret Kramp-Karrenbauer.

Nach Ansicht der DVV-Verbandsspitze hat der Digitalisierungsboom die Dringlichkeit einer digitalen Bildungsoffensive in Deutschland unterstrichen. Ob im Berufsleben, im Umgang mit Behörden oder in der Freizeit: Das Corona-Krisenmanagement hat in kürzester Zeit wachsende Teile der Bevölkerung nahezu unausweichlich mit der Digitalisierung in Berührung gebracht. „Damit die Menschen trotz Abstandsgebot in regem Austausch bleiben können, brauchen wir den Ausbau digitaler Infrastruktur sowie eine breitestmögliche Bildungsoffensive für den souveränen Umgang mit digitaler Technologie“, sagt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus. Dies sei dringend notwendig, um eine weitere digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. „Jede und jeder von uns hat Lernbedarf – sei es in der Handhabung digitaler Werkzeuge, in Fragen der Datensicherheit oder in Fragen der Medienkompetenz“, so der DVV-Vorsitzende. Für die Konzeption und das breite Ausrollen entsprechender Bildungsangebote müsse der Bund für das kommende Jahr ausreichend Mittel zur Verfügung stellen.

„Die Volkshochschulen haben in diesem schwierigen Jahr ihre Innovationskraft gezeigt und einen großen Sprung in das digitale Zeitalter gemacht“, ergänzt DVV-Präsidentin Kramp-Karrenbauer. „Damit haben sie sich gegenüber Bund, Ländern und Kommunen als unverzichtbare Bildungspartner auch für die Zukunft empfohlen. Und sie haben den Menschen gezeigt, dass man auf die Volkshochschulen zählen kann.“

Quelle: https://www.volkshochschule.de/pressemitteilungen/vhs-fordern-digitale-bildungsoffensive.php

Zwei neue Lehrbücher erschienen

„Lerntheorien“ (Grotlüschen/Pätzold) und „Sozialisation und informelles Lernen im Erwachsenenalter“ (Tippelt/Schmidt-Hertha) sind seit Ende 2020 bei dem Verlag UTB in der Lehrbuchreihe Erwachsenenbildung erhältlich. Die Lehrbücher für die Erwachsenen- und Weiterbildung bündeln das Wissen der Disziplin und vermitteln Grundlagenkenntnisse für das praktische und wissenschaftliche Handeln. In Aufbau und didaktischer Gestaltung orientieren sich die Bücher an der Hochschullehre und können veranstaltungsbegleitend oder zum Selbststudium genutzt werden: als Einführung in ein Themengebiet, als Repetitorium zur Vorbereitung auf Prüfungen oder als Nachschlagewerk. In jedem Lehrbuch finden sich Impulse zum Weiterdenken, Recherchieren, Diskutieren, Reflektieren und Hinterfragen. Die ersten beiden Lehrbücher zu „Lehren und Lernen“ (Schrader) und „Programm- und Angebotsentwicklung“ (Fleige et al.) sind 2018 in erster Auflage bzw. nach baldigem Ausverkauf 2019 in zweiter Auflage erschienen. Weitere Lehrbücher befinden sich in der Vorbereitung.

Quelle: https://www.utb-shop.de/shop/padagogik/erwachsenenbildung.html?utb_­series=13247

Das DIE prämierte 2020 Lern- und Bildungsangebote für Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung

Im Dezember 2020 hat das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) mit dem „Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung“ Fortbildungs- und Qualifizierungsprojekte ausgezeichnet, die in innovativer Weise Bildungspersonal befähigen, das besondere Potenzial digitaler Medien für Unterricht und Training zu nutzen. Mit dem Preis würdigt das DIE innovative Leistungen in der Erwachsenenbildung und unterstreicht die wichtige Rolle dieses Bildungsbereichs in einer sich verändernden Gesellschaft.

Die drei gleichrangig ausgezeichneten Projekte

Das Projekt LOVE-Storm hilft dabei, Hatespeech und Cybermobbing zu bekämpfen und das mit einem schlüssigen Online-Fortbildungskonzept“, so urteilen die Jurymitglieder Professorin Katharina Scheiter und Stephan Rinke in ihrer Laudatio. In den kostenfreien Trainings werden Strategien gegen Hasskommentare und (Cyber-)Mobbing trainiert und Handlungswissen aufgebaut. LOVE-Storm unterstützt das couragierte Eintreten für die Achtung der Menschenwürde, wirbt für einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Positionen und für die Entwicklung einer fairen Kommunikationskultur im Netz. Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung erlernen in einem Onlineworkshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Strategien der Gegenrede, die sie an ihre Zielgruppen weitervermitteln.

Der offene Onlinekurs EBmooc plus vermittelt Erwachsenenbildner*innen in Lehre, Training und Bildungsmanagement das Wichtigste zum digitalen Arbeiten in der Praxis. Für das Personal der Weiterbildung kam das Lernangebot von CONEDU | Verein für Bildungsforschung und -medien genau zum richtigen Zeitpunkt. Während der Corona-Pandemie war und ist es ein wichtiger Baustein, um Präsenzseminare in Onlineformate zu überführen. Denn „‚Onlinegehen statt Absagen‘ war nicht nur Titel eines spontanen Zusatzangebots, sondern auch ein Credo im EBmooc plus, das von allen beherzigt wurde“, stellt Laudatorin Dr. Marie Batzel fest. Der Selbstlernkurs besteht aus acht Modulen, die Themen wie offene Bildungsressourcen und Medienkompetenz behandeln, sowie einem zusätzlichen Abschlussmodul. Er ist kostenfrei, kann zeitlich flexibel absolviert werden und wird durch ein Zertifikat bescheinigt.

Mit der Fortbildung „Coaches für Online-Lernen“ fördert die VHS Leipzig in Kooperation mit dem Sächsischen Volkshochschulverband die Kompetenzen von Lehrenden, onlinegestützte Umgebungen lernförderlich zu gestalten und so selbst gesteuerte Bildungsprozesse von Teilnehmenden pädagogisch zu begleiten. Ziel der Fortbildung ist, dass die Lehrkräfte selbstständig onlinegestützte Lehr-Lernszenarien konzipieren, umsetzen und didaktisch gestalten können und den kollegialen Austausch proben. Die Kursleitenden erarbeiten während der Fortbildung Konzeptideen, die sie im Anschluss selbst umsetzen können. Hervorgehoben haben die Laudatoren, Dr. Jochen Robes und Professor Olaf Zawacki-Richter das besondere Transferpotenzial des Projekts, in dem es gelungen ist, mit relativ geringen Mitteln ein innovatives und wirksames Blended-learning-Angebot auf die Beine zu stellen.

Eine Jury, bestehend aus renommierten Fachleuten für Digitalisierung in der Lehre, für das Lernen mit neuen Technologien sowie aus der Bildungsforschung und -praxis, hat die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Sie stellten ihre Expertise zur Verfügung, um die Einreichungen objektiv, fachkundig und wertschätzend zu begutachten.

Seit 1997 lobt das DIE den „Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung“ aus. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Die Auszeichnung macht neue und vielversprechende Ansätze in der Weiterbildung publik und stellt sie einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion. Zu den zentralen Kriterien für die Auszeichnung der Projekte gehört, dass diese innovativ und praxiserprobt sein müssen und dass sie der Erwachsenenbildung neue Impulse geben. Von Beginn an wird der Innovationspreis vom langjährigen Verlagspartner des DIE, wbv Media in Bielefeld, unterstützt.

Quelle: https://www.die-bonn.de/institut/innovationspreis/default.aspx

Gewerkschaft und Wissenschaft: „Zweiten Bildungsweg stärken!“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt die Länder, das Nachholen schulischer Abschlüsse als Teil der Erwachsenenbildung auszubauen. „Sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler haben das Schulsystem ohne Abschluss verlassen. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren laut ‚Nationalem Bildungsbericht‘ gestiegen. Diese Menschen brauchen dringend eine zweite Chance, um einen Abschluss zu machen“, sagte Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufs- und Weiterbildung, am 23.09.2020 in Frankfurt a. M. Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten durch Strukturreformen im Bildungswesen die sogenannte Durchlässigkeit erhöht worden sei, stelle der Bildungsbericht aktuell sinkende Absolventenquoten für den mittleren Abschluss und die Hochschulreife fest. „Dennoch bleibt der Stellenwert formaler Abschlüsse und Zertifikate im Rahmen der Lebens- und Berufsbildungsbiografien in unserer Gesellschaft außerordentlich hoch. Das unterstreicht, wie dringend notwendig ein leistungsfähiger transparenter Zweiter Bildungsweg für die Lernenden ist“, betonte Klinger.

„Selbst Fachleuten aus den Landesverwaltungen fällt eine nachvollziehbare Darstellung der Möglichkeiten des Zweiten Bildungswegs schwer. Das spiegelt die desolate Situation des Zweiten Bildungswegs in vielen Ländern wider“, sagte Weiter­bildungsvorstand Klinger. Deshalb habe die GEW das Gutachten „Der Zweite Bildungsweg in den Bundesländern – Strukturen und Perspektiven“ von Professor Bernd Käpplinger initiiert, das dieser im Rahmen einer Fachtagung vorstellte. Die Expertise zeige auf, wie unterschiedlich die Zuständigkeiten für den Zweiten Bildungsweg in den Landesregierungen und -verwaltungen geregelt sind. „Dabei macht gerade die Nationale Weiterbildungsstrategie deutlich, wie wichtig es vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist, Begabungsreserven zu heben, indem die Lernenden Entfaltungsmöglichkeiten bekommen. Die Lehrkräfte brauchen ihrer Qualifikation und der gesellschaftlichen Bedeutung ihrer Aufgabe entsprechende Arbeitsbedingungen, sind aber in mehreren Bundesländern prekär beschäftigt. Die Länder sind gefordert, für gute und sichere Arbeitsplätze zu sorgen“, unterstrich Klinger.

Quelle: https://www.gew.de/presse/pressemitteilungen/detailseite/neuigkeiten/gew-zweiten-bildungsweg-staerken/

Dokumentationen

Servicezentrum der Berliner Volkshochschulen stellt sich vor

Die zwölf Berliner Volkshochschulen leisten im bundesweiten Vergleich Enormes, wenn man die personelle Ausstattung und Ausgaben des Landes dem Output gegenüberstellt. Im Jahr 2017 führten sie insgesamt 842.372 Unterrichtseinheiten durch, ihre Kurse wurden 238.190 Mal belegt. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es noch 672.982 Unterrichtseinheiten, das entspricht einer Steigerung von über 25 %. Mit größeren und kleineren Standorten sind sie überall in der Stadt dezentral präsent und erreichen so mit ihren Bildungsangeboten die Menschen direkt vor Ort: Seit 2013 ist die Weiterbildungsdichte der Volkshochschulen (Anzahl der Unterrichtseinheiten je 1.000 Einwohner) im berlinweiten Durchschnitt stetig gestiegen. Erreicht werden diese beeindruckenden Zahlen auch durch eine Vielzahl an lokalen Kooperationen mit anderen Einrichtungen, Projekten kommunaler und freier Träger oder auch Wirtschaftsunternehmen. Dabei entsteht inhaltlich eine Fülle von Bildungsthemen, die ein breites Spektrum von Berliner*innen anspricht und vielen Interessen gerecht wird. Ob Hobby oder Beruf, digitale Kommunikation, Sprachen, der DaF/DaZ-Bereich, Gesundheit, Kultur und vieles mehr – die Expertisen der Kursleiter*innen in den Volkshochschulen sind beachtlich, zumal sich viele Expert*innen mit professionellem Know-how aus den verschiedensten Bereichen in der Bildungsarbeit engagieren. Die Volkshochschulen haben hier in Berlin ein riesiges Potenzial für ein lebensbegleitendes Lernen aufgebaut, das im Vergleich mit anderen Großstädten als eines der umfangreichsten Angebote in der Weiterbildung gilt.

Servicezentrum stärkt den Verbund der Berliner Volkshochschulen

So individuell sich die Volkshochschulen auch in ihren Kiezen entwickelt haben, so gibt es eine Reihe von Serviceleistungen und Querschnittsaufgaben, die alle zwölf Berliner Volkshochschulen besser durch Zusammenarbeit im Verbund leisten können. Um hierbei eine stärkere Effizienz und einen verbesserten Kundenservice zu erreichen, hat das Berliner Abgeordnetenhaus die Einrichtung eines gemeinsamen Servicezentrums (SerZ) beschlossen. Diese zentrale Einrichtung arbeitet nun seit Anfang 2020. Damit ist ein schon lang gehegter Wunsch und ein strategisches Ziel zur überbezirklichen Zusammenarbeit realisiert worden, denn schon vorher gab es gemeinsame Herausforderungen und Kooperationen zwischen den Volkshochschulen über Bezirksgrenzen hinaus.

Die zukünftigen Angebote des SerZ für die Berliner Volkshochschulen

vhs.digital und Kundenservice

Betreuung und Entwicklung der gemeinsamen Datenbank, des Internetportals und der Schnittstellen | technischer und administrativer Support von Datenbank, Lernplattformen u. a. | Entwicklung digitaler Lehr- und Lernformate in Zusammenarbeit mit den VHS | datenbankbasierte Auswertungen | Kundenservice

Prüfungszentrale der Berliner Volkshochschulen

zentrale Prüfungsorganisation und -durchführung für Zertifikate für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache (DTZ, Deutsch B1, B2, C1, C2), Fremdsprachen (Arabisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Türkisch) sowie der beruflichen Bildung (Xpert); Organisation und Durchführung von Qualifikationen und Fortbildungen für Prüfer*innen (Online- und Präsenzveranstaltungen)

Diversität, Integration und Inklusion

Unterstützung der Programm- und Organisationsentwicklung von Volkshochschulen zur Förderung von Integration, Inklusion und Diversität (u. a. überbezirkliche Koordination und Veranstaltungen, z. B. Deutschkurse für Geflüchtete, Eltern aktiv!, BarCamp: Vielfalt. Weiter. Denken)

Zentrales Qualitätsmanagement

Organisation der Verbundzertifizierungen (AZAV, EFQM) der Berliner Volkshochschulen, Koordination des gemeinsamen Qualitätsentwicklungsprozesses

Fortbildung (im Aufbau)

Organisation und Konzeption (zusammen mit den Fachabteilungen) der Fortbildungen für Kursleitende und Mitarbeiter*innen der Berliner Volkshochschulen

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit (im Aufbau)

Umsetzung überbezirklicher Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen sowie Teilnahme bei Veranstaltungen, auf dem Internetportal und in sozialen Medien, Monitoring und Befragungen

Projekte (im Aufbau)

Koordination und Organisation bezirksübergreifender Projekte, Unterstützung der Volkshochschulen bei der Durchführung von Projekten, Projekt- und Fremdmittelakquise

Landesverbandliche Arbeit (im Aufbau)

Organisation und Koordination der Kommunikation und Informationen über Leistung, Bedarfe und Potenziale des Netzwerks der Berliner Volkshochschulen gegenüber strategischen und politischen Partner*innen, Gremien, dem Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) sowie weiteren Landesverbänden, Verbänden und Einrichtungen aus Wirtschaft und Wissenschaft

Quelle: https://www.berlin.de/vhs/ueber-uns/verbund/